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Spagyrik

Spagyrik Heilpflanzen

Pflanzen und Kräuter spielen schon seit jeher eine große Rolle in der Herstellung von Heilmitteln. Mit der Spagyrik das Wissen des Paracelsus neu entdecken. 

Einsatzmöglichkeiten von Spagyrik

Der Einsatz spagyrischer Zubereitungen ist universell und altersunabhängig. Sie besitzen eine sanfte, ganzheitliche Wirkung und eignen sich für akute sowie chronische Beschwerden. 

Bei den Heilmitteln handelt es sich um Tropfen, die meistens mehrere Bestandteile enthalten, nämlich aus dem Pflanzenreich, aus dem Reich der Mineralien und ein ätherisches Öl. Spagyrische Tropfen lassen sich mit allen anderen Therapiemaßnahmen, z. B. Phytotherapie, Homöopathie oder Schulmedizin, sehr gut kombinieren.

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Was ist Spagyrik?

Das Wort „Spagyrik“ setzt sich aus zwei griechischen Wörtern zusammen:

  • "spao"= ich löse, trenne
  • "ageiro" = ich verbinde, vereine 

Das Trennen und Vereinen führen nach alten Überlieferungen zur Freilegung und Verstärkung der in Pflanzen und Mineralien liegenden Heilkräfte.

In allen Hochkulturen der Antike finden sich Hinweise, dass Pflanzen, Mineralien etc. durch alchemistische Verfahren zu wirksamen Arzneimitteln verarbeitet wurden. Die europäische Tradition geht zurück auf einen Alchemisten, der ca. 1900 v. Chr. in Ägypten lebte: Hermes Trismegistos.

Er war der Begründer der Hermetischen Philosophie, die besagt: "Wie oben, so unten; wie innen, so außen." Anhand dieses Analogiegesetzes versuchten die Menschen, die Zusammenhänge des Universums zu verstehen.

Bis ins Mittelalter gibt es keine Aufzeichnungen oder Dokumentationen über die Alchemie, erst Paracelsus begann, schriftliche Aufzeichnungen zu führen. 

Sein Wissen um die spagyrische Arzneibereitung wurde im 17. Jhd. von Rudolf Glauber wiederentdeckt. Glauber erstellte ein eigenständiges spagyrisches Arzneibuch, in welchem die Herstellungsmethoden detailliert beschrieben wurden. 

Im 19. Jhd. beschäftigte sich Carl Friedrich Zimpel mit diesen Methoden der Arzneibereitung und entwickelte sein eigenes Heilsystem, das heute noch Teil des Homöopathischen Arzneibuches ist.

Philosophie der Spagyrik

Laut hermetischem Prinzip gelten bestimmte Gesetzmäßigkeiten für alle Ebenen des gesamten Kosmos. Was für den Menschen gilt, gilt genauso für Tiere, Pflanzen und Minerale. Dies ist eine der Voraussetzungen, dass mit einer Pflanze beim Menschen eine Heilung oder Linderung der Beschwerden erreicht werden kann.

Die Spagyrik ist die Kunst, zu sehen, was in einer Pflanze wesentlich ist. Sie sieht die Materie als etwas Zusammengesetztes und folglich auch als etwas Trennbares.

Alles, was die Natur hervorbringt, jede Materie also, besteht aus drei Hauptbestandteilen: Sal, Sulphur und Mercurius.

Sal

Steht für das Feste, das Greifbare, die Materie.

Sal ist beim Menschen der Körper, im Pflanzenreich die Mineralstoffe, Spurenelemente, Schwermetalle.

Sulphur

Steht für die Individualität, das Spezifische, das Bewusste.

Sulphur ist beim Menschen die Seele, in der Pflanze die ätherischen Öle, pflanzliche Wirkstoffe.

Mercurius

Steht für das Lebensprinzip, die Lebenskraft.

Mercurius ist beim Menschen die spirituelle Ebene, im Pflanzenreich wird er vom Alkohol verkörpert.

Die Spagyrik ist eine Naturphilosophie, die das Wechselspiel von Geist, Seele und Körper zu erfassen versucht - und damit den Menschen in seiner Gesamtheit.

Das Ziel der spagyrischen Arzneipflanzenaufbereitung liegt darin, durch verschiedene Prozesse jeden Hauptbestandteil aufzutrennen, also zu reinigen.

Paracelsus selbst sprach davon, dass Gift von Balsam geschieden werden muss. Anschließend werden die einzelnen Fraktionen, die aus Vergärung, Wasserdampfdestillation und Kalzinierung gewonnen wurden, wieder vereint und aus der Pflanze oder dem Mineral ist eine heilende Arznei geworden.

Paracelsus sagt. "Solve et coagula et habebis magisterium!" ("Löse und verbinde und Du wirst ein Meisterstück haben!")

Herstellung von Spagyrika

In der amtlichen Ausgabe des Homöopathischen Arzneibuches sind 6 verschiedene spagyrische Verfahren aufgelistet. Sie unterscheiden sich mehr oder weniger stark in den einzelnen Herstellungsschritten und dadurch in der Zusammensetzung der Urtinktur, der Ausgangssubstanz für alle weiteren Zubereitungen.
In Deutschland und der Schweiz hat sich die Spagyrik nach Zimpel gegenüber den anderen Verfahren durchgesetzt.

Die Herstellung besteht aus

Vergärung

Die ganze Pflanze wird zerkleinert und mit Wasser und Hefe vermischt. Bei der anschließenden Gärung werden verschiedene Pflanzeninhaltstoffe, die an Zuckermoleküle gebunden sind, aus diese Verbindung gelöst, z. B. ätherische Öle, organische Säuren. Diese Substanzen werden im Anschluss destilliert.

Wasserdampfdestillation

Alchemistisch betrachtet, werden Mercurius (Geist) und Sulphur (Seele) der Pflanze gewonnen. Durch die Destillation erhalten wir die heilenden Inhaltsstoffe einer Pflanze. Giftige oder allergieauslösende Stoffe sind chemisch betrachtet von ihrer Struktur her zu groß und werden nicht mitdestilliert. In diesem Herstellungsschritt wird also der Sulphur der Pflanze in Gift und Balsam aufgetrennt.

Veraschung und Kalzinierung des Destillationsrückstandes

Die Reste  des Vergärungsgemisches, die nicht destilliert werden können, werden nun beigetrocknet, verbrannt und bei 400 °C geglüht (= kalziniert). Bei der Kalzinierung werden die Mineralstoffe und Spurenelemente in eine alkohollösliche Form übergeführt.

Alchemistisch betrachtet, wird das pflanzliche Sal so verändert, dass es mit Mercurius und Sulphur wieder vermischt werden kann.

Vereinigung von Asche und Destillat

Der letzte Schritt in der Herstellung einer spagyrischen Urtinktur besteht aus der Vereinigung aller drei Prinzipien, die die Gesamtheit einer Pflanze ausmachen.

So schließt sich der alchemistische Kreis und wir erhalten durch Lösen (solve) und Wiedervereinigen (coagula) das von Paracelsus geforderte Meisterstück.

Filtration

Die Urtinktur wird von Schwebstoffen gereinigt und abgefüllt.

Unterschiede - Homöopathie und Spagyrik

Beide Heilweisen verbindet dasselbe Gedankengut, auch die Wurzeln der Homöopathie liegen in der Alchemie.

Der Begründer der Homöopathie, Dr. Samuel Hahnemann, nahm an, dass die Krankheit eines Menschen in einer Störung seiner Lebenskraft liegt. Da die Lebenskraft (der Dynamos) etwas Unsichtbares, körperlich nicht Fassbares ist, muss auch die Arznei etwas Geistartiges sein. 

Die richtige Arznei, die den Dynamos neu entfacht, wird durch die Ähnlichkeitsregel ausgesucht: „Similia similibus curentur!".

Bei Paracelsus finden wir eine ähnliche Einstellung zu Krankheit und deren Heilung.

Die wesentlichen Unterschiede zwischen Spagyrik und Homöopathie liegen in:

  • der Herstellung
  • der Zusammensetzung
  • der Anwendung

Herstellung Homöopathie

  • Die Urtinktur ist ein Pflanzenpresssaft, der mit Alkohol konserviert wird.
  • Diese Urtinktur wird anschließend potenziert.
  • Dabei wird die Menge der Inhaltsstoffe zwar reduziert, die Heilkraft der Arznei nimmt jedoch zu.

Herstellung Spagyrik

  • Es werden verschiedene Verfahren angewandt und dadurch verändert sich das mengenmäßige Verhältnis der Wirkstoffe zueinander stark.

Zusammensetzung Homöopathie

  • Es werden nur bestimmte Pflanzenteile verarbeitet, die sowohl frisch oder auch getrocknet sein können. Dadurch werden nicht alle Wirkstoffe erfasst.
  • Es wird auch mit Hochpotenzen gearbeitet.

Zusammensetzung Spagyrik

  • Es wird immer die ganze frische Pflanze verwendet.
  • Spagyrische Zubereitungen sind reich an ätherischen Ölen und Mineralsalzen.

Anwendung Homöopathie

  • Homöopathische Arzneimittel gibt es in fester (Tablette, Zäpfchen), flüssiger (Tropfen, Ampullen) Form oder als Streukügelchen (Globuli velati).

Anwendung Spagyrik

  • Spagyrika werden meistens in Form von Tropfen angewendet.
  • Sie wirken sowohl homöopathisch als auch phytotherapeutisch.
WICHTIGE SPAGYRISCHE PFLANZEN

ANGELICA ARCHANGELICA - ENGELWURZ

Probleme im Verdauungstrakt.

AVENA SATIVA - HAFER

Regeneration, Beruhigungsmittel, stärkt den Willen beim Absetzen z. B. von Nikotin.

ECHINACEA - SONNENHUT

Eines der besten immunstimulierenden Mittel.

ELUTHEROCOCCUS - TAIGAWURZEL

Stärkendes Mittel nach Infekten, in Stresssituationen.

HYPERICUM PERFORATUM - JOHANNISKRAUT

Nervenmittel, Depression, Nervenentzündungen.

MELISSA OFFICINALIS - ZITRONENMELISSE

Nervenstärkend, krampflösend, bei Schlafproblemen, Fieberblasen.

PROPOLIS - BIENENKITTHARZ

Antibakteriell, Immunstimulans, bei Haut- und Gelenksproblemen.

RAUWOLFIA SERPENTINA - RAUWOLFIA

Kreislaufstörungen, Blutdruckregulator.

TROPAEOLUM MAJUS - GROßE KAPUZINERKRESSE

Unterstützend antibiotisch, regeneriert die Darmflora.

VIOLA TRICOLOR - ACKERSTIEFMÜTTERCHEN

Kindermittel: Ekzeme und Hautprobleme mit Juckreiz.

St. Michael Apotheke

Hauptstraße 20
4770 Andorf

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Fax +43 7766 2020-30

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